Archiv für ‘websperren’

Pirate Bay muss niederländische User aussperren

31. Juli 2009 11:07 | Autor: Patrick | Keine Kommentare | Kategorie(n): Freiheit und Recht

Ein niederländisches Gericht hat nach der Klage der niederländischen Anit-Piraterie-Gruppe BREIN entschieden, dass die Pirate Bay-Betreiber innerhalb von 10 Tagen jeglichen Traffic aus den Niederlanden blockieren müssen. Sollten die Betreiber dem nicht nachkommen, dann drohen erhebliche Geldstrafen.

Wie dies umgesetzt werden soll und was die Pirate Bay-Betreiber nun vorhaben ist leider nicht bekannt. Zumal ja auch noch nicht ganz geklärt ist, was denn nun mit dem möglichen Verkauf der Plattform ist.

Zumindest hat mal wieder ein Gericht gezeigt wie wenig es von den Strukturen im Internet und im P2P Bereich versteht. Es werden hier mal wieder nur Betreiber eines Indexdienstes verurteilt um der Content-Industrie einen zweifelhaften Sieg zu bescheren, den sie in den Medien feiern können. Für P2P Benutzer wird das wohl kaum ein Hindernis sein.

Wobei die Idee, dass die Betreiber von Webseiten mit potenziell illegalem Inhalt ab sofort Benutzer aussperren müssen, ist sicherlich auch was für unsere Familienministerin. Ab sofort werden dann nicht mehr die DNS-Einträge gesperrt, sondern einfach alle möglichen Hoster von Kinderpornoseiten verpflichtet, jeglichen Traffic aus Deutschland zu blockieren…

 

Klage gegen Internetsperren

3. Juli 2009 10:22 | Autor: Marc | Keine Kommentare | Kategorie(n): Freiheit und Recht

Jörg Tauss (MdB, Piratenpartei) hat beim Bundesverfassungsgericht Klage gegen das Zugangserschwerungsgesetz (ZugErschwG) – also Zensursula’s Websperren – eingelegt.

Hintergrund ist ein, nach Ansicht von Tauss, vom Bundestag begangener Formfehler. Dort hätte das Gesetz nach den umfangreichen Änderungen im Anschluss an die Kritik aus mehreren Fraktionen erneut zur 1. Lesung vorgelegt werden müssen.

Inwiefern die Klage von Tauss erfolgreich ist, bleibt abzuwarten. Im Zweifelsfall würden die Internetausdrucker das Gesetz wohl auch erneut durchwinken, wenn es wegen des evtl. Formfehlers vom Bundesverfassungsgericht für ungütig erklärt würde.

 

Petition gegen Internet-Zensur

4. Mai 2009 22:11 | Autor: Marc | Keine Kommentare | Kategorie(n): Freiheit und Recht

Auf den Seiten des Deutschen Bundestages existiert seit dem heutigen Tage eine ePetition gegen die Internet-Zensur nach den Vorstellungen unserer Familienministerin Ursula von der Leyen – auch liebevoll Zensursula genannt.

Jeder darf sich aufgerufen fühlen, die Petition mitzuzeichnen und diese Möglichkeit auch in die Welt zu tragen.

Um eine Registrierung kommt man nicht herum, aber immerhin muss man keine Cookies zulassen.

https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860

 

Netzsperren sind offiziell

17. April 2009 19:16 | Autor: Marc | 1 Kommentar | Kategorie(n): Allgemeines

Das Bundesfamilienministerium, vertreten durch die Ministerin Ursula von der Leyen – genannt Zensursula, hat heute mit fünf deutschen Access-Providern (Telekom, Arcor, HanseNet, Telefonica, Kabel Deutschland) Verträge geschlossen, durch die sich die Provider verpflichten, eine, vom BKA täglich aktualisierte Liste von URLs mit kinderpornographischen Inhalten, zu sperren.

Technisch werden die Sperren im DNS umgesetzt, indem die DNS-Server der Provider nicht die eigentliche IP-Adresse auflösen, sondern eine Adresse, hinter der sich eine STOP-Seite mit weiteren Erläüterungen verbirgt.

Wie einfach man solche Sperren umgehen kann, weiß inzwischen auch der geneigte Leser des Hamburger Abendblatt. Dort wird beispielsweise auf die freien DNS-Server des Dienstes OpenDNS hingewiesen.

 

Die Realisierung der Kinderporno-Sperren

25. März 2009 21:16 | Autor: Marc | 1 Kommentar | Kategorie(n): Freiheit und Recht

Seit einigen Monaten wird bereits in der Öffentlichkeit über Zugangssperren zu Webseiten diskutiert, welche kinderpornographisches Material enthalten. Heute hat dann das Bundeskabinett in groben Zügen entschieden, wie solche Sperren umgesetzt und wie die rechtlichen Grundlagen aussehen sollen.

Angesichts der langen Diskussion, an der immer wieder auch Menschen teilgenommen haben, die zweifellos mehr technisches Wissen aufweisen können als die beteiligten Politiker, ist überraschend wenig Effektives beschlossen worden.

So soll es genügen, wenn die DNS-Server der Zugangsprovider IP-Adressen der betreffenden Seiten nicht mehr auflösen, bzw. stattdessen auf eine "STOP"-Seite verweisen. Dass sich solche "Sperren" mit wenig Aufwand umgehen lassen, ist klar…

Da kann man im Sinne der Kinder nur hoffen, dass die Konsumenten kinderpornographischer Inhalte weder technisch bewandert, noch lernfähig sind.

Abzusehen war selbstverständlich auch, dass nun diverse, weniger bekannte Politiker ins Rampenlicht treten und ihrerseits Sperren für alle möglichen Inhalte fordern, die annähernd rechtswidrig erscheinen. Da kann man nur hoffen, dass solchen Profilneurotikern kein Gehör geschenkt wird, denn sonst müssen wir bald chinesische DNS-Server verwenden, um an freie Informationen aus dem Internet zu gelangen.